Didaktisierung eines Videothemas der Deutschen Welle
DW-Videothema: Vorsicht Datenklau!
* sprachliches Niveau der Zielgruppe: B1.2
* veranschlagte Zeit: 2 UE
1. Einstieg / Wortschatzaktivierung: Sammeln von Stichwoertern zu folgenden Fragen:
- Datendiebstahl / ugs. Datenklau – was verbinden Sie mit diesem Stichwort?
- Welche persoenlichen Daten koennen gestohlen/geklaut werden?
- Mit welchem Nutzen fuer den Dieb?
2. Welches der drei Wörter passt jeweils in die Lücke?
Viele Menschen achten _______ (1.) auf ihre persönlichen Daten. Sie geben jeden Tag Informationen über sich weiter, _______ (2.) es zu merken. Diese Informationen werden zum Beispiel von Firmen gespeichert, die _______ (3.) mit der Post schicken wollen. Aber auch Betrüger versuchen häufig, persönliche Daten zu _______ (4.).
1. a) nicht; b) genau; c) sehr)
2. a) um; b) ohne; c) und
3. a) Geschenke; b) Werbung; c) Briefmarken
4. a) löschen; b) bezahlen; c) sammeln
3.Wortschatz vorentlastung: Daten im Internet: Welcher der folgenden Begriffe gehoert nicht in den Bereich des Internets?
a) chatten
b) e Informationstechnik
c) s Benutzer-Profil
d) s Netz
d) e Kundenkarte
4. Sehen Sie sich jetzt die Sendung der Deutschen Welle zum Thema
“Vorsicht Datenklau!” an und notieren Sie die Orte, an denen man
ueberall, oft ohne es zu merken, Datenspuren hinterlaesst.
5. Schauen Sie sich das Video nocheinmal an und ordnen Sie dann die Begriffe, die Gegensatzpaare bilden, einander zu:
1. Privatsphaere a) einen klaren Kopf haben
2. einen dicken Kopf haben b) riesig
3. unbekuemmert c) risikoreich
4. winzig d) besorgt
5. unverfaenglich e) Oeffentlichkeit
6. Was ist das Problem daran, dass die Telefongesellschaften Verbindungsdaten
aus Sicherheitsgruenden speichern?
7. Erstellen Sie in Gruppenarbeit eine Liste von Orten, an denen Sie selbst Daten hinterlassen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Welche Vorsichtsmass-nahmen koennten Sie treffen, um ihre Privatsphaere besser zu schuetzen und den Datenklau zu vermeiden?
8. xxx
9. Transkript des Textes
VORSICHT DATENKLAU
Am Telefon, beim Bankautomaten, im Internet oder beim Einkaufen – an vielen Orten hinterlassen
wir unsere persönlichen Daten. Wir wissen oft nicht, wer diese Informationen
speichert und wofür sie später verwendet werden. Christian Kirsch zeigt, wo unsere Daten
überall gesammelt werden: Telefongesellschaften speichern, mit wem wir wann telefonieren.
Arbeitgeber suchen private Informationen über uns im Internet. Betrüger können unsere
Geheimzahl filmen, während wir am Bankautomaten Geld holen. Geschäfte speichern
auf elektronischen Karten, was wir bei ihnen einkaufen, und schicken uns Werbung.
Christian Kirsch gibt Tipps, wie wir vorsichtiger mit unseren Daten umgehen können.
SPRECHERIN:
Ich bin noch nicht einmal aufgewacht, und schon hinterlasse ich Datenspuren. IT-Experte
Christian Kirsch erklärt mir, mein Telefonanbieter muss alle Verbindungen speichern und
– falls gewollt – dem Staat zur Verfügung stellen.
CHRISTIAN KIRSCH:
Problematisch ist daran, dass man nicht garantieren kann, dass diese Daten wirklich nur
an den Staat rausgegeben werden, sondern dass auch möglicherweise Angestellte der
Firmen, wenn man ihnen genug Geld dafür gibt, diese Daten verkaufen.
SPRECHERIN:
Mein erster Gang am Morgen führt mich nicht vor die Tür, sondern ins Internet – zum
Chatten mit Freunden. Ganz unverfänglich, so ein soziales Netzwerk im Internet, denke
ich. Christian Kirsch ist da anderer Meinung.
CHRISTIAN KIRSCH:
Stellen Sie sich vor, Sie schreiben immer wieder davon, dass Sie die letzte Nacht durchgemacht
haben und furchtbar betrunken waren und heute ‘nen dicken Kopf haben. Und
‘n paar Monate später bewerben Sie sich irgendwo, und ihr Arbeit… möglicher Arbeitgeber
liest das. Das macht wahrscheinlich dann keinen besonders guten Eindruck.
SPRECHERIN:
Bester Schutz, sagt Christian Kirsch, im Netz nie den wirklichen, sondern einen Spitznamen
verwenden.
Mittags hebe ich Geld ab, ganz praktisch mit Karte. Doch auch da bin ich wohl zu unbekümmert.
Betrüger, meint Christian Kirsch, können winzig kleine Kameras am Automaten
anbringen und so meine Geheimzahl ausspähen.
CHRISTIAN KIRSCH:
Sie sollten, wenn Sie Ihre Ziffern eintippen, am besten das mit der Hand abdecken, so
dass man das auch nicht von außen filmen kann.
SPRECHERIN:
Hier jedenfalls, beim Einkaufen, fühle ich mich vor Datensammlern sicher – kein Internet,
auch das Handy ist aus. Allerdings: Als ich eine Kundenkarte beantrage, will das Geschäft
ziemlich intime Dinge von mir wissen, zum Beispiel mein Einkommen. Die Karte soll ich
bei jedem Einkauf mitbringen, dann bekomme ich Rabatt.
CHRISTIAN KIRSCH:
Die Firma weiß schon, was Sie für ‘ne … für Vorlieben haben und kann Sie dann zum
Beispiel anrufen und Ihnen gezielt andere Produkte anbieten.
SPRECHERIN:
Ach, jetzt weiß ich auch, woher die ganze Werbepost kommt, die meinen Briefkasten so
oft verstopft. Gebeten hatte ich nicht darum. Am Abend mache ich deshalb Ernst: Als ersten
Schritt lösche ich mein Online-Profil aus dem Freunde-Netzwerk, und auch sonst,
meint Christian Kirsch, muss man nur ein bisschen Phantasie zeigen.
CHRISTIAN KIRSCH:
Geben Sie zum Beispiel einfach ein anderes Geburtsdatum, machen Sie sich hundertfünf
Jahre alt. Die Systeme merken das in der Regel gar nicht, dass das völlig absurd ist. Und
man kann Sie dann viel leich… äh, schwieriger wiederfinden.
SPRECHERIN:
Na, dann werde ich in Zukunft öfter mal Datensammlern ein Schnippchen schlagen.
GLOSSAR
Daten, die (Pl.) – hier: Informationen über bestimmte Themen oder Personen
etwas hinterlassen – hier: etwas (z. B. eine Spur) an einem Ort lassen
IT-Experte – jemand, der sich gut mit Computern und elektronischer Datenverarbeitung
auskennt
jemandem etwas zur Verfügung stellen – jemandem etwas geben, damit dieser es benutzen
kann
chatten – (aus dem Englischen “to chat”) sich im Internet unterhalten
unverfänglich – gefahrlos; ohne Risiko
soziale Netzwerk, das – alle Freunde und Bekannte einer Person
die Nacht durchmachen – nicht schlafen gehen
furchtbar – hier: sehr; extrem
einen dicken Kopf haben – Kopfschmerzen haben, (häufig) weil man am Abend vorher
zu viel Alkohol getrunken hat
Netz, das – hier: das Internet
Spitzname, der – ein Name, den man nur aus Spaß bekommt; nicht der richtige Name
unbekümmert – sorglos; nicht vorsichtig
winzig – sehr klein
jemanden/etwas ausspähen – jemanden/etwas heimlich beobachten, um Informationen
zu bekommen
Ziffer, die – die Zahl
intim – hier: sehr persönlich; sehr privat
Rabatt bekommen – etwas billiger bekommen
Vorliebe, die – ein besonderes Interesse; etwas, was man sehr mag
gezielt – hier: so, dass etwas genau zu jemandem/etwas passt
etwas verstopfen – etwas so voll machen, dass nichts mehr hinein- oder durchpasst
Profil, das – hier: die Selbstbeschreibung einer Person im Internet (z. B. bei Facebook
oder Myspace)
absurd – unsinnig; unlogisch
jemandem ein Schnippchen schlagen – verhindern, dass jemand etwas tun kann